|
SÜDWEST-Presse Metzinger-Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote vom 04.03.2009:
Sie löschen wie die Großen Jugendabteilung der Riedericher Feuerwehr erfreut sich großen Zulaufs
Vor einem Jahr war die Nachwuchstruppe der Riedericher Feuerwehr noch dünn besetzt. Seit Juni hat sich die Zahl der Mitglieder mehr als
verdoppelt. Erfolgsrezept: Ein Schnuppernachmittag für Kinder.
MICHAEL BANHOLZER
Riederich
Der Aufwand hat sich gelohnt. Gut 270 Kinder und Jugendliche hatten die Brandbekämpfer der Gemeinde persönlich angeschrieben und für einen
Nachmittag ins Spritzenhaus eingeladen. Viele wollten sich diese seltene Chance nicht entgehen lassen und nutzten die Zeit zu einem Blick hinter die
Kulissen. Geboten wurde ihnen dabei so allerhand. Michael Mutsch, der Leiter der Jugendwehr, führte mit seiner Nachwuchsabteilung die Anwendung
technischer Geräte vor und demonstrierte, welch fatale Folgen es haben kann, wenn man brennendes Fett mit gewöhnlichem Wasser zu löschen versucht.
Das Programm dieses Nachmittags, der von einem gemeinsamen Vesper beschlossen wurde, hinterließ bei den mehr als zwei Dutzend jungen Besuchern
offenbar einen bleibenden Eindruck, wie Kommandant Harald Hacker feststellt. "Zum nächsten Dienst der Jugendwehr sind 18 von ihnen erschienen." Zwar
blieben in der Folgezeit nicht alle Neulinge an Bord. Aber dennoch reichte das frische Blut, um nun eine schlagkräftige Truppe bilden zu können.
In der Zeit vor dem vergangenen Juni reichten die acht bis zehn Jugendlichen, die damals regelmäßig ihren Dienst versahen, kaum aus, um eine ordentliche
Übung durchzuführen. Zudem standen zwei von ihnen vor dem Wechsel in die aktive Wehr. Mit den Neueinsteigern zählt die Jugendwehr nun knapp 20
Köpfe. Genug, um die Abteilung jetzt auch in zwei Gruppen einzuteilen, so Michael Mutsch. So wird auch gewährleistet, dass die Fortgeschrittenen sich
nicht langweilen müssen, wenn bei den Lehrgängen für die Novizen in Praxis und Theorie wieder bei Null angefangen werden muss.
In den wenigen Monaten haben die Neulinge auch schon einiges gelernt, wie ein Besuch auf der Feuerwache zeigt. Neben viel Theorie, etwa über die
Einsatzfahrzeuge oder den korrekten Ablauf eines Löscheinsatzes, stand im Oktober auch schon eine Hauptübung an, erzählt Nachwuchsfeuerwehrmann
Alexander. Dabei wurde auf dem Gelände eines örtlichen Unternehmens ein Brandeinsatz simuliert. Auch mit der Arbeit am Hydranten sind die Jungs und
Mädchen der Truppe bereits vertraut. Und auch damit, wie man, sollte einmal kein Hydrant in der Nähe sein, Wasser aus der Erms für den Löscheinsatz gewinnt.
Langweilig wird es bei den praktischen Übungen wohl selten. Denn neben der Brandbekämpfung werden die Retter auch bei anderen Hilfseinsätzen
angefordert. Deshalb wurde beispielsweise auch schon die Suche einer vermissten Person im Wald geübt, wie Jugendwehrmitglied Yannick berichtet.
Großen Wert wird auch auf die Sicherheit bei den Einsätzen gelegt. So steht auch das Erlernen der richtigen Knotentechnik auf dem Lehrplan. Schließlich
müssen wichtige Werkzeuge und Löschmittel im Notfall auch per Seil in höhere Etagen gehievt werden.
So vielfältig die Aufgaben, so verschieden sind auch die Gründe der Jugendlichen, sich für das Engagement bei der Feuerwehr zu entscheiden. "Weil es
Spaß macht, mit den Geräten zu arbeiten", sagt einer. Für viele ist es aber auch wichtig, dass sie später einmal mit ihrer Tätigkeit Menschen in Not helfen
können. Und Nathalie, eines der vier Mädchen der Truppe, bringt es mit einem kurzen "Es macht halt Spaß" auf einen Nenner.
Letztlich bliebe ohne Spaß an der Arbeit auch das Engagement auf der Strecke, glaubt auch Kommandant Hacker. Ihm ist es deshalb wichtig, dass nicht
immer nur Dienst nach Vorschrift geleistet wird, sondern dass auch Zeltlager, Sportveranstaltungen und Jahresausflüge nicht zu kurz kommen.
Foto: Michael Banholzer
|